Savona ist Provinzhauptstadt an der Riviera di Ponente, eine Hafenstadt mit rund 58.000 Einwohnern, etwa 40 Kilometer westlich von Genua. Ein Bilderbuchdorf ist Savona nicht: Es ist eine echte Stadt mit Handelshafen, einer kompakten Altstadt und einer Festung aus dem 16. Jahrhundert über der Uferpromenade. Genau das macht sie bequem: Alles Sehenswerte liegt zu Fuß erreichbar und passt in einen Tag.
Für viele Reisende ist Savona vor allem ein Kreuzfahrthafen. Das Palacrociere-Terminal von Costa Kreuzfahrten liegt an der Calata delle Vele, direkt neben dem alten Hafen: Vom Schiff aus bist du in fünf bis zehn Minuten zu Fuß an der Torretta, am Anfang der Via Paleocapa. Wenn du nur ein paar Stunden Landgang hast, findest du den genauen Ablauf in unserem Rundgang Savona an einem Tag beim Kreuzfahrt-Landgang.
Wer länger bleibt, entdeckt eine wenig bekannte Kunststadt. Zwei Päpste aus der Familie Della Rovere, Sixtus IV. und Julius II., haben hier Spuren hinterlassen, darunter eine Grabkapelle, die die Savoneser „Sixtinische Kapelle“ nennen. Die Keramiktradition ist seit Jahrhunderten lebendig, und die Küche hat zwei Spezialitäten, die es kaum anderswo gibt: die weiße Farinata und den Chinotto. Außerdem ist Savona ein guter Bahnknoten: Varazze, Noli und Finale Ligure sind mit dem Regionalzug schnell erreicht, Genua in etwa einer Stunde.
Von Redaktion Italian Riviera·Aktualisiert am ·10 Min. Lesezeit
Wo liegt Savona?
Savona liegt in Ligurien (Riviera di Ponente, Riviera delle Palme, Provinz Savona).
Die Altstadt liegt zwischen dem alten Hafen, der Festung Priamar und der Piazza Mameli. Die Wege sind kurz: Von der Torretta zum Priamar gehst du keine zehn Minuten. Prüfe die Öffnungszeiten der Museen und der Sixtinischen Kapelle immer vorab, denn sie ändern sich oft, und manche Orte sind nur am Wochenende geöffnet.
Festung Priamar
Die mächtige Festung auf dem Vorgebirge westlich des Hafens ist das Wahrzeichen der Stadt. Die Republik Genua begann 1542 mit dem Bau, nachdem sie Savona 1528 erobert hatte. Dafür wurde das mittelalterliche Viertel auf dem Hügel samt alter Kathedrale abgerissen. Die Festung sollte Savona weniger verteidigen als kontrollieren.
Im 19. Jahrhundert wurde der Priamar zum Gefängnis. 1830–1831 saß hier Giuseppe Mazzini ein, einer der Väter der italienischen Einigung. Heute beherbergen Bastionen, Höfe und Wehrgänge Museen, Ausstellungen und Sommerveranstaltungen, und von den Wällen hast du einen der besten Blicke auf Hafen und Meer.
Die Museen im Priamar
In der Festung gibt es zwei Museen. Das Archäologische und Stadtmuseum erzählt die Geschichte Savonas von der Vorgeschichte bis ins Mittelalter anhand von Funden vom Vorgebirge selbst, darunter Keramik. Im Palazzo della Loggia zeigt das Museum Sandro Pertini und Renata Cuneo die Kunstsammlung, die der aus der Provinz Savona stammende Staatspräsident gestiftet hat, sowie Skulpturen der Savoneser Bildhauerin Renata Cuneo.
Öffnungszeiten, Eintritt und Führungen durch die Festung findest du auf der Website des Archäologischen Museums. Achtung: Die städtische Gemäldegalerie ist nicht hier, sondern im Palazzo Gavotti im Zentrum.
Torre Leon Pancaldo (die Torretta)
Der kleine Turm am Hafen, kurz „Torretta“ genannt, ist der letzte Rest der mittelalterlichen Stadtmauer zur Seeseite. Er ist seit 1392 belegt und blieb 1527 stehen, als Genua die Mauern schleifen ließ. An der Fassade ist das im 18. Jahrhundert gemalte Wappen der Republik Genua zu sehen.
Benannt ist er nach Leon Pancaldo, einem Seefahrer aus Savona, der mit Magellan die erste Weltumsegelung mitmachte. Hier beginnt jeder Rundgang: Die Via Paleocapa startet direkt am Turm, der alte Hafen liegt nebenan.
Alter Hafen und Torre del Brandale
Die Vecchia Darsena ist der historische Hafen mit Fischerbooten, Sportbooten, Bars und Restaurants an den Kais. Hier treffen sich die Savoneser abends zum Aperitivo, im Sommer finden viele Veranstaltungen im Freien statt.
Hinter den Kais ragen die mittelalterlichen Türme auf. Der höchste ist die Torre del Brandale aus dem 12. Jahrhundert, rund 50 Meter hoch: In ihr hängt die „Campanassa“, die Glocke, die früher die Bürger zusammenrief. Mit den Türmen Corsi und Guarnieri und dem Palazzo degli Anziani bildet sie das Herz des mittelalterlichen Savona.
Via Paleocapa und Via Pia
Die Via Paleocapa ist die Hauptstraße: Sie führt von der Torretta unter langen Arkaden mit Geschäften und alten Cafés hinauf zur Piazza del Popolo. Schau nach oben, viele Häuser sind im Jugendstil (Liberty) gebaut. Am bekanntesten ist der Palazzo dei Pavoni von 1912 mit Pfauen- und Blumenmotiven. An der Straße steht auch die Kirche Sant’Andrea aus dem 18. Jahrhundert mit einem Zwiebelturm, in Ligurien eine Seltenheit.
Parallel zum Hafen verläuft die Via Pia, die mittelalterliche Gasse der Altstadt: eng, mit kleinen Läden, Focaccia-Bäckereien und Steinportalen. Sie verbindet den Dombereich mit den Türmen.
Kathedrale Nostra Signora Assunta
Der Dom entstand 1589–1605 als Ersatz für die auf dem Priamar abgerissene Kathedrale; Fassade und Kuppel wurden erst im 19. Jahrhundert vollendet. Im Inneren findest du eine Renaissancekanzel aus Marmor, Werke aus der alten Kathedrale und das hölzerne Chorgestühl, das Papst Julius II. in Auftrag gab und das 1521 fertig wurde.
Sixtinische Kapelle von Savona
Neben dem Dom, am Kreuzgang des ehemaligen Franziskanerklosters, liegt die Kapelle, die Papst Sixtus IV., Francesco Della Rovere, 1481–1483 als Mausoleum für seine Eltern errichten ließ. Sie ist viel kleiner als die Sixtinische Kapelle im Vatikan, die nach demselben Papst benannt ist.
Aus dem 15. Jahrhundert ist das Marmorgrab der Eltern erhalten. Der Rest wurde 1762–1764 im Rokokostil neu gestaltet, mit Stuck, hellen Fresken und einer Orgel von 1764. Die Öffnungszeiten sind begrenzt, meist am Wochenende, mit Sonderöffnungen an einigen Sommerabenden: vorher prüfen.
Städtische Gemäldegalerie
Im Palazzo Gavotti an der Piazza Chabrol zeigt die Pinacoteca civica die Kunst in Savona und Ligurien vom 14. bis zum 20. Jahrhundert, von mittelalterlichen Tafeln über Renaissance und Barock bis zur Moderne. Eingang und Kasse teilt sie mit dem Keramikmuseum.
Keramikmuseum
In der Via Aonzo, wenige Schritte von der Galerie, wurde 2014 das Keramikmuseum eröffnet. Es zeigt Majolika und Keramik aus Savona und Albisola vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert und ist der richtige Einstieg vor einem Abstecher nach Albisola. Öffnungszeiten und Preise stehen auf der Website des Keramikmuseums.
Piazza Mameli und das Ritual um 18 Uhr
Jeden Tag um 18 Uhr passiert auf der Piazza Mameli etwas Ungewöhnliches: Die Glocke des Kriegerdenkmals schlägt 21 Mal, und der Platz steht still. Fußgänger, Radfahrer und oft auch Autofahrer halten bis zum letzten Schlag inne, im Gedenken an die Gefallenen aller Kriege. Wenn du zu dieser Zeit in der Stadt bist, geh hin.
Wallfahrtskirche Nostra Signora di Misericordia
Rund 6 Kilometer vom Zentrum entfernt, im Tal des Letimbro, steht das Heiligtum an der Stelle, an der nach der Überlieferung am 18. März 1536 die Madonna dem Bauern Antonio Botta erschien. Es ist das Heiligtum der Stadtpatronin, deren Fest jedes Jahr am 18. März gefeiert wird. Du erreichst es mit dem Auto oder dem Stadtbus: ein guter halber Tag, wenn du das Zentrum schon kennst.
Meer
Strände in Savona
Savona hat mehrere Kilometer Küste mit freien Stränden und Strandbädern. Es gibt drei Hauptbereiche: den Strand unterhalb des Priamar, am nächsten zum Zentrum; Fornaci im Südwesten, mit langem Strand und Promenade; und Zinola Richtung Vado Ligure, mit einem freien Strand mit Bar, Duschen und barrierefreien Umkleiden. Im Sommer gibt es an den freien Stränden Toiletten.
Der Sand ist mit Kies gemischt, an Sommerwochenenden sind die Strandbäder voll. Für klareres Wasser fährst du mit dem Zug oder Auto nach Bergeggi, mit Insel und Meeresschutzgebiet, oder nach Varigotti.
Übernachten
Übernachten in Savona
Das Zentrum zwischen Via Paleocapa, Piazza Sisto IV und altem Hafen ist die beste Wahl, wenn du mit dem Zug ankommst oder an Bord gehst: Alles ist zu Fuß erreichbar, auch der Hafen, und abends gibt es Restaurants und Bars. Es gibt Stadthotels, B&Bs und Ferienwohnungen.
Für den Strand eignen sich die Promenade von Fornaci und Zinola: ruhiger, nah am Meer und wenige Busminuten vom Zentrum. Viele übernachten lieber in einem nahen Badeort wie Varazze, Celle Ligure oder Noli und besuchen Savona als Tagesausflug. Vor einer Kreuzfahrt solltest du die Nacht davor im Zentrum verbringen, um am Einschiffungsmorgen den Verkehr zum Hafen zu umgehen.
Savona liegt an der Autobahn A10 Genua–Ventimiglia (Ausfahrt Savona) und ist über die A6 mit Turin verbunden; wer über die Schweiz und Mailand oder über Turin anreist, kommt so direkt an die Küste. Von Genua sind es rund 45 Autobahnkilometer. An Einschiffungstagen und an Sommerwochenenden ist viel Verkehr.
Mit dem Zug
Der Bahnhof Savona liegt an der Küstenlinie Genua–Ventimiglia und an der Strecke nach Turin. Von Genua braucht der Regionalzug etwa eine Stunde, aus Mailand und Turin gibt es Verbindungen mit Umstieg oder direkt. Vom Bahnhof ins Zentrum gehst du 10–15 Minuten oder fährst kurz mit dem Bus. Fahrpläne bei Trenitalia.
Mit dem Bus
Stadt- und Regionalbusse fährt TPL Linea: Sie verbinden Bahnhof, Zentrum, Hafen, die Strände von Zinola und Fornaci, das Heiligtum und die Küstenorte.
Mit dem Schiff
Savona ist einer der wichtigsten Kreuzfahrthäfen im Mittelmeer: Die Schiffe von Costa legen am Palacrociere im neuen Hafen an, wenige Gehminuten vom Zentrum. Informationen zum Terminal auf der Seite der Hafenbehörde.
Mit dem Flugzeug
Der nächste Flughafen ist Genua, etwa 40 Kilometer entfernt: 35–45 Minuten mit dem Auto, mit dem Zug mit Umstieg in Genua. Alternativen sind Nizza Côte d’Azur (rund 150 Kilometer) sowie die großen Flughäfen von Mailand und Turin.
Parken
Die Altstadt erkundest du am besten zu Fuß, Parkplätze an der Straße sind knapp: Stell das Auto auf einen gebührenpflichtigen Parkplatz am Rand des Zentrums oder in Bahnhofsnähe und geh zu Fuß weiter. Wenn du an Bord gehst, bietet Costa in der Regel einen Shuttle von einem externen Parkplatz zum Terminal an; Preise und Buchung stehen in den Reiseunterlagen. Lass das Auto nicht tagelang auf den blauen Parkstreifen im Zentrum stehen.
A10 Genua–Ventimiglia (Ausfahrt Savona) und A6 aus Turin; ab Genua rund 45 km
Mit dem Zug
Bahnhof Savona, Linien Genua–Ventimiglia und Turin: ab Genua etwa eine Stunde mit dem Regionalzug
Mit dem Flugzeug
Genua (rund 40 km, 35–45 Minuten); Nizza Côte d'Azur rund 150 km
Der Reiseführer
Essen in Savona
Weiße Farinata: Savonas Variante der ligurischen „Fainâ“, aus Weizenmehl statt Kichererbsenmehl. Die Überlieferung führt sie auf Zölle zurück, die Genua im 16. Jahrhundert auf Kichererbsenmehl erhob. Sie ist heller und knuspriger; du bekommst sie in den Focaccia- und Farinata-Bäckereien im Zentrum.
Chinotto di Savona: eine kleine Bitterorange, die um 1500 aus China kam und nur an der Küste zwischen Varazze und Pietra Ligure wächst. Sie ist Slow-Food-Presidio: kandiert oder in Sirup, früher in Maraschino eingelegt, und Namensgeber der bekannten Limonade.
Focaccia und Gemüsetorten: wie überall in Ligurien, ideal für ein schnelles Mittagessen zwischen zwei Museen.
Fisch: Am alten Hafen und in den Gassen gibt es Trattorien mit Tagesfang und Fritto misto.
Ausflüge ab Savona
Albisola (wenige Kilometer östlich): die Keramikstadt mit der Passeggiata degli Artisti, einer 1963 eröffneten Mosaikpromenade mit Werken von Lucio Fontana und Wifredo Lam.
Varazze: lange Strände, ein Küstenweg am Meer und ein ganzjährig belebter Ort.
Celle Ligure: bunte Häuser am Meer; in Pecorile in den Hügeln wurde Papst Sixtus IV. geboren.
Bergeggi: Insel, Meeresgrotte und einer der schönsten Strände zwischen Savona und Noli.
Noli: ehemalige Seerepublik mit Türmen, Gassen und Strand direkt vor dem Ort.
Varigotti und Finale Ligure: die „sarazenischen“ Häuser am Strand, das ummauerte Finalborgo und ein Revier für Klettern, Wandern und Mountainbike.
Genua: rund eine Stunde mit dem Regionalzug, für Aquarium, Altstadt und Palazzi dei Rolli.
Wetter
Wetter und beste Reisezeit für Savona
Ganzjährig; Frühling und Herbst für die Stadt, Juni–September zum Baden
⛅
14°CJetzt · Wind 24 km/h
Fr. 9🌤️22° 14°1 mm
Sa. 10🌤️22° 14°
So. 11⛅22° 13°
Mo. 12☀️22° 15°
Di. 13☀️23° 15°
Mi. 14☁️22° 15°
Vorhersage: MET Norway (Yr), Lizenz CC BY 4.0. Stündlich aktualisiert.
Savona und sein Hafen von obenFestung Priamar in Savona mit moderner SkulpturAlter Hafen von SavonaHafen von Savona und Kreuzfahrtterminal von obenLeon-Pancaldo-Turm und Statue am Hafen von SavonaAusstellungsraum des Keramikmuseums in SavonaLeon-Pancaldo-Turm am Hafen von Savona
Häufige Fragen
Häufig gestellte Fragen zu Savona
Was kann man in Savona an einem Tag sehen?
Torretta und alten Hafen, die mittelalterlichen Türme, die Via Paleocapa, den Dom mit der Sixtinischen Kapelle, die Festung Priamar mit ihren Museen und, wenn Zeit bleibt, Gemäldegalerie und Keramikmuseum. Um 18 Uhr auf die Piazza Mameli.
Ist das Kreuzfahrtterminal weit vom Zentrum entfernt?
Nein. Das Palacrociere liegt im neuen Hafen: In fünf bis zehn Minuten zu Fuß bist du an der Torretta und in der Via Paleocapa, ohne Shuttle oder Taxi.
Was ist die Sixtinische Kapelle von Savona?
Die Kapelle, die Papst Sixtus IV. 1481–1483 als Mausoleum für seine Eltern neben dem Dom bauen ließ. Erhalten ist das Grabmal aus dem 15. Jahrhundert; im 18. Jahrhundert wurde sie im Rokokostil ausgestaltet.
Wie viel Zeit braucht man für die Festung Priamar?
Für Bastionen und Aussicht reichen 45 Minuten; mit Archäologischem Museum und Museum Pertini-Cuneo mindestens zwei Stunden.
Hat Savona schöne Strände?
Es gibt praktische Stadtstrände am Priamar, in Fornaci und Zinola, frei und mit Strandbad. Für klareres Wasser lohnt sich die Fahrt nach Bergeggi, Noli oder Varigotti.
Was ist der Chinotto di Savona?
Eine Bitterorange, die nur an der Küste zwischen Varazze und Pietra Ligure angebaut wird und heute Slow-Food-Presidio ist. Man isst sie kandiert oder in Sirup; sie gab der italienischen Limonade ihren Namen.
Was ist weiße Farinata?
Die Savoneser Farinata aus Weizenmehl statt Kichererbsenmehl: heller, dünner und knuspriger. Eine Spezialität von Savona und Umgebung.
Was ist das Ritual um 18 Uhr in Savona?
Jeden Tag um 18 Uhr schlägt die Glocke des Kriegerdenkmals auf der Piazza Mameli 21 Mal, und die Menschen auf dem Platz halten schweigend inne, im Gedenken an die Gefallenen aller Kriege.
Wie kommt man von Genua nach Savona?
Mit dem Regionalzug auf der Linie Genua–Ventimiglia in etwa einer Stunde oder mit dem Auto über die A10, rund 45 Kilometer.
Lohnt sich eine Übernachtung in Savona?
Ja, wenn du eine Kreuzfahrt antrittst oder eine Stadtbasis mit häufigen Zügen entlang der Küste suchst. Wenn dir vor allem das Meer wichtig ist, schau dir Varazze, Celle Ligure oder Noli an.