Bonassola ist ein Ort mit rund 750 Einwohnern in der Provinz La Spezia, eingebettet in eine Bucht zwischen Levanto und Framura. Der Strand ist für ligurische Verhältnisse breit, das kleine Zentrum liegt um die Kirche Santa Caterina, dahinter steigen Hügel mit Olivenhainen, Weinbergen und sieben Ortsteilen an. Die Cinque Terre beginnen wenige Kilometer weiter östlich: Monterosso erreichst du mit dem Zug in wenigen Minuten.
Der Grund herzukommen ist die Ruhe. Bonassola hat keine berühmten Bauwerke und keinen Kreuzfahrt-Ansturm. Man kommt zum Baden, für einen Spaziergang zur Kapelle Madonnina della Punta und für den Rad- und Fußweg auf der alten Bahntrasse, der den Ort flach und durch Tunnel mit Levanto und Framura verbindet. 2026 trägt der Strand die Blaue Flagge.
Bonassola eignet sich auch als ruhige Basis: Der Bahnhof liegt wenige Gehminuten vom Strand, Regionalzüge fahren nach Levanto, in die Cinque Terre und Richtung Sestri Levante. Für Ort und Radweg reicht ein Tag; drei bis vier Tage, wenn du Strand, Wanderungen und Ausflüge mit dem Zug kombinieren willst.
Von Redaktion Italian Riviera·Aktualisiert am ·10 Min. Lesezeit
Wo liegt Bonassola?
Bonassola liegt in Ligurien (Riviera di Levante, Provinz La Spezia).
Den Ort hast du in einer Stunde zu Fuß erkundet. Das Zentrum ist ein schmaler, flacher Streifen zwischen Strand und Hang; an der Uferfront verläuft die alte Bahntrasse, die heutige Strecke wurde hinter die Häuser verlegt. Die Sehenswürdigkeiten sind wenige und liegen nah beieinander: Kirche, Oratorien, die beiden Landspitzen der Bucht und, wenn du Zeit hast, die Bergdörfer.
Das Zentrum und die Piazza Brigata Cento Croci
Mittelpunkt des Ortes ist die Piazza Brigata Cento Croci mit Palmen und bunten Fassaden. Von hier führen enge Gassen, die Carruggi, hinauf zur Kirche und zum Hang. Achte auf die historischen Palazzi, einige aus dem 16. Jahrhundert wie Palazzo Vinzoni und Palazzo Paganetto, gebaut von Familien, die von Handel und Seefahrt lebten. Im Rathaus gibt es eine Galerie, die dem Maler Antonio Discovolo gewidmet ist; Werke von ihm hängen auch in der Kirche.
Kirche Santa Caterina d'Alessandria
Die Pfarrkirche ist der Schutzpatronin des Ortes geweiht, deren Fest am 25. November gefeiert wird. Sie entstand vermutlich in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts, wurde im Barock umgebaut und 1668 vom Bischof von Luni geweiht. Innen findest du Werke von Giovanni Battista Carlone, Pietro Costa und Antonio Discovolo sowie eine Prozessionsfigurengruppe der Madonna del Rosario aus der Schule des Genueser Holzbildhauers Maragliano. Ist sie geschlossen, versuch es rund um die Gottesdienstzeiten.
Oratorium Sant'Erasmo
Wenige Schritte von der Kirche entfernt steht das ehemalige Oratorium Sant’Erasmo aus dem frühen 16. Jahrhundert. Erasmus ist der Schutzheilige der Seeleute, eine passende Wahl für einen Ort, der jahrhundertelang von Fischfang und Seehandel lebte. Heute finden hier Ausstellungen und Vorträge statt; geöffnet ist je nach Veranstaltungskalender.
Burg und Uhrturm
Auf dem Hügel hinter dem Ort stehen die Reste der Burg, deren Bau der Senat von Genua 1561 genehmigte, als Piraten die Küste heimsuchten. Bonassola hatte sogar eine Gemeinschaftskasse, 1569 gegründet, um Lösegeld für entführte Einwohner zu zahlen. Heute fällt vor allem der Turm mit der öffentlichen Uhr auf, den man von fast überall im Ort sieht.
Kapelle Madonnina della Punta
Dieser Spaziergang ist Pflicht. Am Ende der Bucht, auf einem Felssporn über dem Meer, steht die kleine Kapelle Madonnina della Punta. Die Familie Poggi ließ sie Ende des 17. Jahrhunderts errichten; die Säulenvorhalle kam bei der Restaurierung 1932 hinzu. Vom Ort aus ist es ein Abstecher von etwa einem Kilometer hin und zurück, für alle machbar. Am schönsten bei Sonnenuntergang, wenn das flache Licht über Bucht und Hügel fällt.
Punta del Carlino
Auf der anderen Seite des Strandes schließt die Punta del Carlino die Bucht ab. Eine örtliche Legende erzählt von einem Meereswesen, das die Wellen gegen die Fischer treibt; wer bei Wintersturm die Gischt an den Felsen sieht, versteht, woher die Geschichte kommt.
Die Ortsteile: Montaretto, San Giorgio und Scernio
Bonassola hat sieben Ortsteile in den Hügeln: Costella, Montaretto, Poggio, Reggimonti, San Giorgio, Scernio und Serra. Sie lohnen einen halben Tag, mit dem Auto oder zu Fuß auf den Wanderwegen.
Montaretto: mit Aussicht, dem Oratorium San Rocco und Blick entlang der Küste Richtung Framura.
San Giorgio: hier steht der Turm Ardoino, ein Wachturm, ab 1544 gebaut, jahrhundertelang verfallen und 2018 restauriert.
Scernio: In den Hügeln wurde Pyrit abgebaut; die Gruben sind ab 1285 belegt und waren bis 1930 in Betrieb.
Reggimonti: mit einer der ältesten Kirchen der Gegend, bereits 1269 erwähnt.
Meer
Strand von Bonassola
Der Strand nimmt fast die ganze Bucht ein, zwischen Punta del Carlino und der Landspitze der Madonnina. Er ist breit und lang, aus dunklem Sand mit Kies, und weniger als zehn Gehminuten vom Bahnhof entfernt. Der größte Teil gehört Strandbädern (Stabilimenti) mit Liegen und Schirmen, dazu kommen einige freie Abschnitte: Im Juli und August früh kommen, wenn du einen freien Platz willst. Der Meeresboden fällt recht schnell ab, kleine Kinder also nah am Ufer halten.
Die Bucht ist Stürmen ausgesetzt: Im Herbst und Winter können die Wellen bis zur Promenade schlagen, dann wird oft auch der Radweg gesperrt. Bei ruhiger See ist das Wasser klar, die Felsen an beiden Enden eignen sich zum Schnorcheln. Die Regeln für Hunde ändern sich jedes Jahr; einige Strandbäder nehmen sie auf, frag vorher nach.
Ist der Strand voll, gibt es drei Alternativen in wenigen Minuten: die kleinen Felsbuchten am Radweg Richtung Levanto, den Strand Vallesanta am Anfang von Levanto oder die Buchten von Framura, mit dem Rad oder dem Zug. Die roten Klippen an der Küste Richtung Framura sieht man am besten vom Wasser aus.
Übernachten
Übernachten in Bonassola
Bonassola ist klein, das Angebot entsprechend: einige Hotels, B&Bs, Zimmervermietungen und viele Ferienwohnungen. Die richtige Wahl, wenn du einen ruhigen Badeort suchst, mit den Cinque Terre in Zugnähe, aber ohne deren Gedränge.
Nahe Strand und Zentrum: für Badeurlaub, bei dem alles zu Fuß erreichbar ist, Bahnhof inklusive. Im Sommer am gefragtesten.
In den Hügeln und Ortsteilen: Häuser und Agriturismi mit Aussicht, ruhiger und oft geräumiger, aber nur mit Auto und auf schmalen Straßen.
In Levanto: wenn du mehr Auswahl und mehr Abendleben willst; Levanto ist über den Radweg oder per Zug wenige Minuten entfernt.
Von Juni bis September früh buchen: Bei wenigen Betten sind die Sommerwochenenden Wochen im Voraus ausgebucht.
Aus der Schweiz und aus Süddeutschland fährst du über Mailand nach Genua oder über Parma nach La Spezia und dann auf die A12 Genua–Livorno. Die günstigste Ausfahrt ist Carrodano–Levanto, danach etwa 19 km Bergstraße. Alternativ die Ausfahrt Deiva Marina, etwa 20 km auf noch kurvigerer Straße. In beiden Fällen mindestens eine halbe Stunde Kurven einplanen.
Mit dem Zug
Der Bahnhof Bonassola liegt an der Strecke Genua–La Spezia und wird von Regionalzügen bedient; Fernzüge aus der Schweiz und Deutschland erreichen Genua oder La Spezia, dort steigst du um. Zum Meer sind es etwa 500 Meter, unter zehn Minuten zu Fuß. Levanto ist wenige Minuten entfernt, La Spezia weniger als eine Stunde. Wer vom 14. März bis 1. November 2026 in einem der fünf Cinque-Terre-Dörfer aussteigt, braucht ein Ticket zum Cinque-Terre-Tarif (5 bis 10 Euro je nach Tag); wer an einem Bahnhof außerhalb des Nationalparks einsteigt, wie Bonassola, zahlt einen Aufschlag. Tarife und Kalender bei Trenitalia Cinque Terre.
Mit dem Schiff
Die nächste Anlegestelle ist in Levanto: In der Saison fahren von dort Schiffe zu den Cinque-Terre-Dörfern und nach Portovenere.
Mit dem Flugzeug
Die nächsten Flughäfen sind Genua, etwa 87 km entfernt, und Pisa, etwa 115 km. Von Genua fährt der Regionalzug direkt nach Bonassola; von Pisa steigst du in La Spezia um.
Parken
Die Parkplätze an der Uferstraße sind gebührenpflichtig und knapp. Im Sommer öffnet ein zusätzlicher Parkplatz am Sportplatz in der Via Colombo. An Wochenenden im Juli und August sind die Plätze früh belegt; wenn möglich, komm mit dem Zug. Übernachtest du in Bonassola, frag deine Unterkunft nach einem Stellplatz.
A12, Ausfahrt Carrodano-Levanto (ca. 19 km) oder Deiva Marina (ca. 20 km, kurviger)
Mit dem Zug
Bahnhof Bonassola (Strecke Genua–La Spezia), unter 10 Gehminuten zum Meer
Mit dem Flugzeug
Genua (ca. 87 km) oder Pisa (ca. 115 km), dann Zug
Der Reiseführer
Aktivitäten in Bonassola
Der Radweg Maremonti
Bis 1970 verlief die Bahnstrecke Genua–La Spezia direkt am Meer. Als sie zweigleisig ausgebaut und ins Landesinnere verlegt wurde, blieb die alte Trasse leer. Seit 2010 (Abschnitt Levanto) und 2011 (Abschnitt Framura) ist sie ein flacher, asphaltierter Rad- und Fußweg, die Ciclopedonale Maremonti. Insgesamt sind es etwa 5,5 km, je zur Hälfte vor und nach Bonassola, größtenteils im Tunnel. Der Abschnitt nach Levanto ist der schönere, mit Öffnungen und offenen Stücken über den Klippen; der Abschnitt nach Framura verläuft fast ganz im Berg.
Man kann ihn zu Fuß, mit dem Rad oder joggend zurücklegen, auch mit Kindern. Bei Unwetterwarnung der Stufe Orange oder Rot und bei Sturmflut sperrt die Gemeinde ihn in beide Richtungen; 2026 war der Abschnitt nach Framura zudem mehrmals wegen Bauarbeiten gesperrt. Prüfe vor dem Start die Verordnungen (Ordinanze) auf der Website der Gemeinde Bonassola. Zugänge, Gehzeiten, Radverleih und Rückfahrt mit dem Zug findest du in unserem Ratgeber zum Radweg Levanto–Bonassola–Framura.
Feste
Drei Termine sind wichtig. Im Juni, zu Fronleichnam (Corpus Domini), werden die Straßen des Zentrums mit Blumenteppichen ausgelegt. Anfang Oktober erinnert das Fest der Madonna del Rosario mit Prozession, Ständen und Feuerwerk an die Seeschlacht von Lepanto. Am 25. November feiert der Ort seine Patronin Santa Caterina. Im Sommer finden auch einige Konzerte des Amfiteatrof-Festivals von Levanto in Bonassola statt.
Essen
Die Küche ist die der östlichen Riviera: Focaccia und Farinata (Kichererbsenfladen), Sardellen, gefüllte Miesmuscheln, frische Pasta mit Pesto oder Meeresfrüchtesoße, Stockfisch-Krapfen. Dazu Weißwein der Colline di Levanto und der Cinque Terre, gewachsen auf denselben Terrassenhängen, die du vom Strand aus siehst.
Wanderungen
Von Levanto nach Bonassola zu Fuß
Ist dir der Radweg zu einfach, nimm den Höhenweg. Er beginnt an der Uferpromenade von Levanto, steigt mit Blick über die Bucht zum Kamm hinauf und führt über Scernio hinunter nach Bonassola, erst auf einem Feldweg, dann auf Asphalt. Rechne mit etwa drei Stunden. Zurück geht es am bequemsten flach über den Radweg. Auf den Wegen oberhalb des Ortes liegt auch der Salto della Lepre, ein Aussichtspunkt mit Blick von Punta Mesco bis zum Vorgebirge von Portofino.
Richtung Framura und Montaretto
Weitere Wege steigen von Bonassola nach Montaretto und weiter zu den Ortsteilen von Framura, durch Wald, Olivenhaine und Trockenmauern. Es sind echte Wanderwege mit steilen Anstiegen: feste Schuhe und Wasser mitnehmen. Gehzeiten und Markierungen hängen von der Variante ab; hol dir vorher eine Karte im Tourismusbüro.
Richtung Cinque Terre
Der bekannteste Weg der Gegend beginnt in Levanto: Er steigt zur Punta Mesco und führt in etwa drei Stunden hinunter nach Monterosso. Von Bonassola erreichst du den Start in wenigen Minuten mit dem Zug oder zu Fuß über den Radweg. Prüfe den Zustand der Wege auf der Website des Nationalparks Cinque Terre: Im September 2026 wurde der Abschnitt zwischen Monterosso, Vernazza und Corniglia gesperrt.
Ausflüge ab Bonassola
Levanto: 3 km entfernt, zu Fuß oder mit dem Rad über die alte Bahntrasse. Mittelalterliches Zentrum, langer Strand mit Wintersurfen, Endstation der Cinque-Terre-Züge.
Framura: am anderen Ende des Radwegs, eine Gemeinde aus verstreuten Ortsteilen mit kleinem Hafen und Felsbuchten.
Monterosso al Mare: das erste Dorf der Cinque Terre, mit den größten Stränden, wenige Zugminuten entfernt.
Vernazza: der meistfotografierte Hafen der Cinque Terre, an derselben Bahnlinie.
Deiva Marina: der nächste Badeort Richtung Genua, eine Station nach Framura.
Il golfo di Bonassola visto dall'altoLa baia e la spiaggia di Bonassola dall'altoLa spiaggia di Bonassola vista dall'altoLa baia di Bonassola vista dalla costaPiazza Brigata Cento Croci con le palme a BonassolaUna via del centro di BonassolaLe case di Bonassola sotto la collina
Häufige Fragen
Häufig gestellte Fragen zu Bonassola
Gehört Bonassola zu den Cinque Terre?
Nein. Die Cinque Terre sind Monterosso, Vernazza, Corniglia, Manarola und Riomaggiore. Bonassola liegt westlich von Levanto, außerhalb des Nationalparks, aber an derselben Bahnlinie.
Hat Bonassola einen Sandstrand?
Dunkler Sand mit Kies. Der Strand ist breit, größtenteils mit Strandbädern belegt, mit einigen freien Abschnitten. Der Meeresboden fällt recht schnell ab.
Wie lang ist der Radweg Levanto–Bonassola–Framura?
Etwa 5,5 km, flach, je zur Hälfte zwischen Levanto und Bonassola und zwischen Bonassola und Framura, größtenteils im Tunnel.
Ist der Radweg immer geöffnet?
Nein. Die Gemeinde sperrt ihn bei Unwetterwarnung Orange oder Rot, bei Sturmflut und bei Bauarbeiten. Prüfe vorher die Verordnungen.
Wie komme ich zur Madonnina della Punta?
Zu Fuß vom Ort, ein Abstecher von etwa einem Kilometer hin und zurück. Leicht, gemütlich in einer halben Stunde.
Wie lange braucht man von Bonassola nach Levanto?
Wenige Minuten mit dem Zug, etwa eine halbe Stunde zu Fuß über den Radweg, rund zehn Minuten mit dem Rad.
Ist Bonassola eine gute Basis für die Cinque Terre?
Ja, wenn du Ruhe suchst. Monterosso ist wenige Zugminuten entfernt. Beachte, dass ab Bonassola beim Cinque-Terre-Tarif ein Aufschlag fällig ist.
Wo parkt man in Bonassola?
An der Uferstraße gegen Gebühr, im Sommer auch am Sportplatz in der Via Colombo. In der Hochsaison sind Plätze knapp: Der Zug ist die bessere Wahl.
Wann ist die beste Reisezeit für Bonassola?
Juni und September zum Baden ohne Gedränge; Mai und Oktober für Radweg und Wanderwege. Im Winter ist es sehr ruhig, und Stürme können den Radweg sperren.