Portofino ist das meistfotografierte Fischerdorf Liguriens: ein hufeisenförmiger Hafen, hohe bunte Häuser rund um die Piazzetta, darüber das Castello Brown und ringsum das Grün des Vorgebirges. Der Ort liegt an der Spitze des Monte di Portofino im Golf von Tigullio, wenige Kilometer von Santa Margherita Ligure und rund eine Bahnstunde östlich von Genua.
Portofino ist winzig: 2,53 Quadratkilometer, die kleinste Gemeinde der Metropolitanstadt Genua, mit rund 360 Einwohnern. Die Römer nannten den Ort Portus Delphini, ab 1229 gehörte er zur Republik Genua. Heute liegen Jachten im Hafen und unter den Arkaden reihen sich Boutiquen, doch das Dorf lässt sich in wenigen Stunden zu Fuß erkunden.
Der eigentliche Reiz liegt in der Umgebung: ein Regionalpark mit Wanderwegen bis zur Abtei San Fruttuoso, eines der artenreichsten Meeresschutzgebiete des Mittelmeers und eine Küste, die man am besten vom Wasser aus sieht. Im Sommer ist die Anreise das Hauptproblem: Lassen Sie das Auto stehen und nehmen Sie Zug, Bus oder Schiff.
Von Redaktion Italian Riviera·Aktualisiert am ·10 Min. Lesezeit
Wo liegt Portofino?
Portofino liegt in Ligurien (Riviera di Levante, Golfo del Tigullio, Provinz Genua).
Für den Ort brauchen Sie zwei bis drei Stunden: Piazzetta, Kirchen, Burg und Leuchtturm liegen an einem einzigen Spazierweg, der auf das Vorgebirge ansteigt. Mit San Fruttuoso oder einem Badestopp wird daraus ein ganzer Tag. In der Hochsaison kommen Sie am besten früh am Morgen oder am späten Nachmittag, wenn die Ausflugsgruppen wieder abgefahren sind.
Die Piazzetta und der Hafen
Die Piazzetta, offiziell Piazza Martiri dell’Olivetta, öffnet sich direkt zum Hafen: Pflaster, Caféterrassen, Fischerboote neben Jachten. Darüber die ockerfarbenen, rosa und gelben Fassaden mit aufgemalten Fensterrahmen, das bekannteste Bild Portofinos.
Sie erreichen sie über die Via Roma, die Hauptstraße mit Modeboutiquen und Juwelieren, vorbei am Oratorium Nostra Signora Assunta. Ein Kaffee auf der Piazzetta kostet mehr als anderswo, Sie bezahlen den Ausblick mit. Für eine andere Perspektive auf den Hafen gehen Sie die Kaimauer entlang bis zur Mole Umberto I.
Kirche San Martino
Hinter der Piazzetta, im ältesten Teil des Dorfes, steht die Pfarrkirche San Martino romanischen Ursprungs. Ein kurzer, ruhiger Halt abseits des Trubels am Hafen.
Kirche San Giorgio
Von der Piazzetta führt die Treppe der Salita San Giorgio in fünf Minuten zur Kirche des Schutzpatrons, auf einer Terrasse mit Blick auf den Hafen und das offene Meer. Die erste Kirche stammt von 1154; im 17. und 18. Jahrhundert wurde sie barock umgebaut, im Zweiten Weltkrieg durch Bomben zerstört und originalgetreu wieder aufgebaut.
Im Inneren werden Reliquien des heiligen Georg aufbewahrt; der Überlieferung nach brachten Seeleute aus Portofino sie von den Kreuzzügen mit. Von hier oben haben Sie einen der schönsten Blicke auf den Hafen.
Castello Brown
Kurz oberhalb von San Giorgio thront die Burg über der Bucht. Als Castello di San Giorgio war sie eine der wichtigsten Küstenfestungen der Republik Genua: Sie wehrte Angriffe im 14. Jahrhundert, eine venezianische Flotte im 15. Jahrhundert und einen Überfall 1575 ab. Nach der napoleonischen Zeit verfiel sie; Ende des 19. Jahrhunderts kaufte sie Montague Yeats-Brown, britischer Konsul in Genua, und baute sie zum Wohnsitz um.
Seit 1961 gehört sie der Gemeinde. Heute finden hier Ausstellungen und Trauungen statt; am schönsten ist die Terrasse auf der alten Geschützbatterie mit zwei von Yeats-Brown gepflanzten Pinien und dem Blick hinunter auf die Piazzetta. Die Burg ist Schauplatz des Romans „Verzauberter April“ von Elizabeth von Arnim. Öffnungszeiten und Eintritt ändern sich je nach Saison: Prüfen Sie die Seite der Gemeinde, bevor Sie hinaufgehen.
Leuchtturm an der Punta del Capo
Von der Burg führt ein ebener Weg zwischen Villen, Pinien und Mauern bis zum Leuchtturm von 1917 an der Spitze des Vorgebirges. Ein kurzer, leichter Spaziergang, für alle geeignet. Vom Kap überblicken Sie den gesamten Golf von Tigullio von Santa Margherita bis Sestri Levante. Das beste Licht haben Sie am späten Nachmittag.
Regionalpark Portofino
Der Ort ist das Tor zum Parco naturale regionale di Portofino, der das Vorgebirge zwischen Camogli, Portofino und Santa Margherita Ligure umfasst: Steineichen- und Kastanienwälder, Macchia, Steilküsten und ein dichtes Netz markierter Wege, von denen viele direkt im Dorf beginnen.
Klassische Ziele sind San Fruttuoso, Pietre Strette und der Weiler San Rocco oberhalb von Camogli. Prüfen Sie vor dem Start die Hinweise auf der Website der Parkverwaltung: Einige Abschnitte sind wegen Erdrutschen oder Verordnungen gesperrt.
Abtei San Fruttuoso
In einer Bucht, die nur zu Fuß oder per Schiff erreichbar ist, liegt auf der Camogli zugewandten Seite des Vorgebirges die Abtei San Fruttuoso mit dem Doria-Turm und einem kleinen Kieselstrand. Von Portofino sind es rund zwei Stunden zu Fuß; alle Details finden Sie in unserem Wanderführer Portofino–San Fruttuoso. Mit dem Schiff dauert es nur wenige Minuten.
Christus der Tiefe
Auf dem Meeresgrund der Bucht von San Fruttuoso steht der Cristo degli Abissi, eine Bronzestatue von Guido Galletti, 1954 zum Gedenken an den Taucher Dario Gonzatti versenkt und allen gewidmet, die auf See ihr Leben verloren haben. Sie erreichen ihn bei einem geführten Tauchgang mit einer der örtlichen Tauchbasen.
Meeresschutzgebiet
Das Meer rund um das Vorgebirge ist seit 1999 Meeresschutzgebiet: Seegraswiesen, Felswände mit Gorgonien und Korallen und einige der bekanntesten Tauchplätze des Mittelmeers. Fischen, Ankern und Bootfahren sind nach Zonen geregelt; wenn Sie ein Boot mieten, informieren Sie sich beim Meeresschutzgebiet Portofino.
Meer
Strände bei Portofino
Im Ort selbst gibt es keinen richtigen Strand. Zum Baden bieten sich Paraggi und San Fruttuoso an.
Paraggi
die Bucht an der Straße nach Santa Margherita (sie gehört zu dieser Gemeinde) mit klarem, grünem Wasser. Der Großteil ist von teuren Strandbädern belegt, es gibt aber einen sehr kleinen freien Abschnitt: Im August früh kommen. Der Bus nach Portofino hält am Eingang der Bucht.
San Fruttuoso
KiesZu Fuß erreichbar
Kieselstrand vor der Abtei, nur zu Fuß oder per Schiff erreichbar. Morgens wunderschön, mittags voll.
Von den Felsen
Entlang des Vorgebirges gibt es Badestellen, der Zugang ist aber oft steil oder privat. Beachten Sie die Regeln des Schutzgebiets.
Übernachten
Übernachten in Portofino
Im Ort gibt es nur wenige Hotels, fast alle im Luxussegment, dazu einige Ferienwohnungen und Zimmer. Hier zu übernachten lohnt sich, wenn Sie Portofino am Abend und am frühen Morgen erleben möchten, wenn die Piazzetta ruhig ist und die Schiffe noch nicht angelegt haben. Für den Sommer früh buchen.
Für alle anderen ist Santa Margherita Ligure die beste Basis: große Auswahl in jeder Preisklasse, Bahnhof sowie täglich Busse und Schiffe nach Portofino. Gute Alternativen sind Rapallo, größer und günstiger, mit guten Zugverbindungen nach Genua und zu den Cinque Terre, und Camogli für Wanderer im Park.
Nach Portofino führt nur eine Straße, die schmale und aussichtsreiche SP 227 ab Santa Margherita. Im Sommer und an Frühlingswochenenden ist sie oft verstopft, der Parkplatz füllt sich früh. Am bequemsten ist der Zug bis Santa Margherita und dann Bus oder Schiff.
Mit dem Auto
Fahren Sie auf der A12 Genua–Livorno bis zur Ausfahrt Rapallo, dann Richtung Santa Margherita Ligure und weiter auf der SP 227 an der Küste entlang über Paraggi. Der Ortskern ist Fußgängerzone und nur für berechtigte Fahrzeuge zugänglich. In Spitzenzeiten kann der Verkehr nach Portofino angehalten werden, wenn der Parkplatz voll ist: Stellen Sie dann das Auto in Santa Margherita ab und fahren Sie mit dem Bus weiter.
Mit dem Zug
Der Bahnhof heißt Santa Margherita Ligure-Portofino und liegt an der Küstenlinie Genua–La Spezia, bedient von Regionalzügen und mehreren Intercitys. Ab Genova Brignole oder Piazza Principe dauert die Fahrt weniger als eine Stunde. Wer aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz anreist, steigt meist in Genua oder Mailand um. Vor dem Bahnhof fahren die Busse nach Portofino ab.
Mit dem Bus
Die AMT-Linie 782 verbindet den Bahnhof Santa Margherita mit der Piazzetta von Portofino und hält auch in Paraggi; die Fahrt dauert etwa 20 Minuten. Die Busse fahren von morgens bis abends häufig, sind im Sommer aber voll, sodass Sie in Stoßzeiten eventuell den nächsten nehmen müssen. Kaufen Sie das Ticket vor dem Einsteigen; Fahrpläne und Preise bei AMT Genova.
Mit dem Schiff
Die Schiffe des Servizio Marittimo del Tigullio verbinden Rapallo, Santa Margherita, Portofino und San Fruttuoso ganzjährig nach saisonalem Fahrplan; in der Hochsaison auch ab Chiavari, Lavagna und Sestri Levante. Von der Genueser Seite fährt Golfo Paradiso ab Genua, Recco und Camogli nach San Fruttuoso und Portofino, vor allem von Frühling bis Herbst. Alle Fahrten hängen vom Seegang ab: Fahrpläne bei Traghetti Portofino und Golfo Paradiso.
Zu Fuß
Von Santa Margherita nach Portofino sind es rund 5 km an der Küste entlang über Paraggi, teils auf Gehsteig, teils auf Fußweg, mit Blick auf die Villen. Rechnen Sie mit gut einer Stunde; zurück geht es mit Bus oder Schiff.
Mit dem Flugzeug
Der nächste Flughafen ist Genua Cristoforo Colombo, rund 45 km entfernt: etwa eine Stunde mit dem Auto bei Verkehr, oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Bahnhof Genua und weiter mit dem Zug nach Santa Margherita. Pisa und Mailand liegen weiter entfernt.
Parken
Im Ort gibt es ein einziges überdachtes, gebührenpflichtiges Parkhaus an der Piazza della Libertà, rund um die Uhr geöffnet, einige hundert Meter von der Piazzetta. Die Plätze sind knapp und der Stundentarif ist hoch; im Sommer ist es oft schon am Vormittag voll. Außerhalb der Saison und werktags ist es einfacher. Für einen Tagesausflug parken Sie besser in Santa Margherita und fahren mit Bus oder Schiff weiter.
A12, Ausfahrt Rapallo, dann SP 227 über Santa Margherita; ein kleines, teures Parkhaus
Mit dem Zug
Bahnhof Santa Margherita Ligure-Portofino, dann AMT-Bus 782 (ca. 20 Minuten) oder Schiff
Mit dem Schiff
Schiffe ab Genua, dem Golfo Paradiso und dem Tigullio
Mit dem Flugzeug
Genua Cristoforo Colombo (ca. 45 km); etwa eine Stunde mit dem Auto bei Verkehr
Der Reiseführer
Aktivitäten in Portofino
Ankunft per Schiff: Der Blick auf die Bucht vom Wasser aus ist der schönste erste Eindruck von Portofino.
Wandern im Park: der Weg nach San Fruttuoso, der Spaziergang zum Leuchtturm und die Routen nach Pietre Strette und San Rocco.
Tauchen und Schnorcheln: mit den zugelassenen Tauchbasen des Schutzgebiets, auch zum Christus der Tiefe.
Bootsfahrt um das Vorgebirge: mit den Linienschiffen oder einem Mietboot ab Santa Margherita oder Camogli.
Festa di San Giorgio: Am 23. April brennt auf der Piazzetta ein großes Feuer, in den folgenden Tagen gibt es eine Prozession mit den Reliquien. 2026 dauerte das Fest vom 23. bis 27. April.
Essen in Portofino
Die Küche ist die der genuesischen Riviera di Levante: Fisch, Pesto und Kräuter. An der Piazzetta und am Hafen zahlen Sie Luxuspreise; in den Gassen hinter der Via Roma und in Santa Margherita wird es günstiger.
Pasta alla portofino: Pesto und Tomatensauce zusammen, oft mit Trofie oder Spaghetti.
Lasagne al pesto: dünne Teigblätter mit Pesto, ein Klassiker am Golf.
Pansoti mit Walnusssauce: mit Kräutern gefüllte Ravioli, typisch für diese Küste.
Focaccia: die klassische genuesische und die Käsefocaccia aus dem nahen Recco.
Fisch aus dem Golf: Sardellen, Oktopus, Frittura und Tagesfang.
Ausflüge ab Portofino
Santa Margherita Ligure (ca. 5 km): die nächste Stadt mit Uferpromenade, Villa Durazzo und Bahnhof. Erreichbar per Bus, Schiff oder zu Fuß.
Camogli: das Fischerstädtchen auf der anderen Seite des Vorgebirges, mit hohen Häusern direkt am Wasser. Per Schiff oder über die Wanderwege des Parks.
Rapallo: Burg im Meer, lange Promenade und Seilbahn zum Wallfahrtsort Montallegro. Per Schiff erreichbar.
Sestri Levante: Baia del Silenzio und Baia delle Favole, an derselben Bahnlinie wie Santa Margherita.
Chiavari: Arkaden in der Altstadt und Märkte, wenige Zugminuten östlich.
Genua: Altstadt, Aquarium und Porto Antico, weniger als eine Stunde mit dem Zug.
Cinque Terre: Von Mai bis September fahren Schiffe vom Tigullio auch nach Monterosso und Portovenere; mit dem Zug geht es ganzjährig die Küste entlang.
Wetter
Wetter und beste Reisezeit für Portofino
Mai, Juni und September; Festa di San Giorgio im April; Juli und August sehr voll
☁️
17°CJetzt · Wind 7 km/h
Sa. 10☁️22° 17°
So. 11🌦️22° 16°1 mm
Mo. 12☀️23° 15°
Di. 13☀️22° 15°
Mi. 14🌤️21° 15°
Do. 15☀️23° 16°
Vorhersage: MET Norway (Yr), Lizenz CC BY 4.0. Stündlich aktualisiert.
Portofino und sein Hafen von obenHafen von Portofino mit bunten HäusernStrand von Paraggi bei PortofinoHafen von Portofino am Abend beleuchtetBoote und bunte Häuser in PortofinoDie Landzunge des Parks von Portofino von obenKirche San Giorgio oberhalb von Portofino
Häufige Fragen
Häufig gestellte Fragen zu Portofino
Wie komme ich ohne Auto nach Portofino?
Mit dem Zug bis Santa Margherita Ligure-Portofino, dann mit dem AMT-Bus 782 (etwa 20 Minuten) oder dem Schiff. In der warmen Jahreszeit gibt es auch direkte Schiffe ab Rapallo, Camogli und Genua.
Kann man in Portofino parken?
Ja, im gebührenpflichtigen Parkhaus am Ortseingang, aber die Plätze sind knapp und teuer. Im Sommer und am Wochenende besser in Santa Margherita parken.
Wie viel Zeit braucht man für Portofino?
Zwei bis drei Stunden für Piazzetta, San Giorgio, Castello Brown und Leuchtturm. Einen ganzen Tag mit San Fruttuoso oder einem Bad in Paraggi.
Wie lange wandert man von Portofino nach San Fruttuoso?
Etwa zwei Stunden auf dem mit zwei roten Punkten markierten Weg, mit Auf und Ab durch den Wald. Zurück geht es auch per Schiff.
Gibt es in Portofino einen Strand?
Nicht im Ort. Der nächste ist die Bucht von Paraggi an der Straße nach Santa Margherita, teils frei, teils mit Strandbädern; dazu San Fruttuoso.
Welche Sommerregeln gelten in Portofino?
In den letzten Sommern hat die Gemeinde Verordnungen erlassen, die Gruppen das Stehenbleiben an Teilen der Kaimauer verbieten und Badekleidung, nackten Oberkörper und Barfußlaufen im Zentrum untersagen. Prüfen Sie die aktuell gültigen Regeln.
Kann man das Castello Brown besichtigen?
Ja, es gehört der Gemeinde und ist gegen Eintritt geöffnet. Zeiten und Preise ändern sich je nach Saison, bei privaten Veranstaltungen kann es geschlossen sein.
Wo ist der Christus der Tiefe?
Auf dem Meeresgrund der Bucht von San Fruttuoso im Meeresschutzgebiet. Sie sehen ihn bei einem geführten Tauchgang mit einer örtlichen Tauchbasis.
Wann ist die beste Reisezeit für Portofino?
Mai, Juni und September für Baden und Wandern mit weniger Andrang. Im April ist die Festa di San Giorgio; Juli und August sind am vollsten.
Wo übernachtet man am besten für Portofino?
In Santa Margherita Ligure: mehr Auswahl und direkte Bus- und Schiffsverbindungen. In Portofino gibt es nur wenige, meist teure Hotels.