Reiseführer

Golf der Dichter

Der Golf der Dichter ist der Golf von La Spezia, ganz im Osten Liguriens, kurz vor der Toskana. An seiner Westspitze liegt Portovenere mit den Inseln Palmaria, Tino und Tinetto; am Ostufer Lerici, San Terenzo, Fiascherino und Tellaro; am Ende des Golfs die Stadt La Spezia, deren Bahnhof das Tor zu den Cinque Terre ist. Unterwegs ist man hier mit Bus und Schiff, zwischen Fischerdörfern, Sandstränden und Felsbuchten.

  • Lage: Golf von La Spezia, zwischen Portovenere und Lerici, im Osten Liguriens
  • Nicht verpassen: Kirche San Pietro in Portovenere, die Insel Palmaria, die Burg von Lerici, Tellaro auf den Felsen
  • Strände: Sand in San Terenzo und Lerici; Kies und Felsen in Portovenere, Fiascherino und auf der Palmaria
  • Unterwegs: ATC-Busse und saisonale Schiffe ab La Spezia; keine Bahn nach Portovenere und Lerici
  • Übernachten: Lerici für den Badeurlaub, La Spezia für günstigere Preise und die Cinque Terre
  • UNESCO: Portovenere und die Inseln seit 1997, zusammen mit den Cinque Terre

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Warum „Golf der Dichter“?

Der Name ist relativ jung. Der Dramatiker Sem Benelli verwendete ihn 1910 zum ersten Mal, in seiner Trauerrede für den Schriftsteller Paolo Mantegazza, der in San Terenzo lebte. Gemeint waren die Dichter, die hier gelebt hatten oder durchgereist waren, vor allem die englischen Romantiker.

Percy und Mary Shelley wohnten im Frühjahr und Sommer 1822 in der Villa Magni an der Uferpromenade von San Terenzo: Von hier segelte der Dichter nach Livorno und kehrte nie zurück. Lord Byron hielt sich in jenen Jahren ebenfalls am Golf auf. Dass er von Portovenere nach San Terenzo geschwommen sein soll, ist nicht belegt, gab aber der Grotte unter den Mauern von Portovenere und einem Langstreckenschwimmen den Namen. Hundert Jahre später lebte D. H. Lawrence in Fiascherino, und der Schriftsteller Mario Soldati verbrachte seine letzten Jahre in Tellaro.

Portovenere und die Inseln

Insel Palmaria und Portovenere von oben

Portovenere schließt den Golf im Westen ab. Durch das alte Stadttor geht es die Hauptgasse entlang bis zur Kirche San Pietro auf der Klippe, deren gotischer Teil mit weiß-schwarzen Streifen im 13. Jahrhundert von den Genuesen gebaut wurde. Über dem Ort thront die Burg Doria, unten stehen die bunten Häuser der Calata Doria. Zusammen mit den Inseln und den Cinque Terre ist Portovenere seit 1997 UNESCO-Welterbe.

Gegenüber, jenseits eines schmalen Kanals, liegt die Palmaria, die größte Insel Liguriens. Die Boote der örtlichen Bootsleute fahren das ganze Jahr ab der Mole von Portovenere (im Winter seltener und nur bei ruhiger See); die Überfahrt dauert wenige Minuten. Auf der Insel gibt es einen Rundweg von etwa 6 km, einige Kiesstrände und aufgelassene Brüche des schwarzen Portoro-Marmors: mehr dazu auf unserer Seite zur Insel Palmaria. Der Tino ist militärisches Sperrgebiet und nur zum Fest des San Venerio um den 13. September mit Anmeldung zugänglich; der Tinetto ist ein Felsen mit Resten frühmittelalterlicher Klöster.

Lerici und San Terenzo

Lerici mit Burg und Jachthafen

Lerici schließt den Golf im Osten ab. Die Burg San Giorgio, im 13. Jahrhundert von den Pisanern begonnen und später von Genua ausgebaut, überragt den Hafen und die Piazza Garibaldi; von der Terrasse sieht man den ganzen Golf bis Portovenere. Eine ebene Uferpromenade von rund drei Kilometern führt nach San Terenzo, einem Fischerdorf mit eigener Burg, Sandstrand und der Villa Magni der Shelleys (privat, nur von außen zu sehen).

Lerici trägt auch 2026 die Blaue Flagge und ist die bequemste Basis für einen Badeurlaub am Golf: Strände im Ort, Schiffe ab dem Hafen, Busse nach La Spezia. Im Sommer ist das Zentrum verkehrsbeschränkt (ZTL); lesen Sie vor der Anreise mit dem Auto unsere Tipps zum Parken in Lerici.

Tellaro und Fiascherino

Kirche San Giorgio auf den Felsen von Tellaro

Von Lerici führt eine einzige schmale Straße nach Süden. Zuerst kommt Fiascherino mit zwei kleinen Stränden am Ende langer Treppen; hier lebte D. H. Lawrence 1913/14. Am Ende der Straße liegt Tellaro, eines der „schönsten Dörfer Italiens“: hohe, schmale Häuser auf den Felsen, die rosa Kirche San Giorgio am Wasser und die Legende vom Kraken, der die Glocken läutete, um vor Piraten zu warnen. Der Ort ist autofrei: Parken Sie am Ortseingang oder nehmen Sie den Bus ab Lerici, etwa 15 Minuten. Hier beginnen auch die Wanderwege des Parks von Montemarcello.

La Spezia

La Spezia und sein Golf von oben

La Spezia ist eine richtige Stadt, gewachsen um das Marinearsenal des 19. Jahrhunderts. Sie lohnt einen Tag: das Museo Amedeo Lia mit Gemälden vom 13. bis 18. Jahrhundert, die Burg San Giorgio mit den prähistorischen Stelenstatuen der Lunigiana, das Marinemuseum, die Via del Prione und die Uferpromenade Passeggiata Morin. Am ersten Augustsonntag findet hier der Palio del Golfo statt, eine Ruderregatta der Ortschaften am Golf.

Für die meisten Besucher ist La Spezia vor allem Verkehrsknoten: Vom Hauptbahnhof fährt der Zug in etwa zehn Minuten nach Riomaggiore, an der Passeggiata Morin legen die Schiffe ab. Für die fünf Dörfer lesen Sie unseren Reiseführer Cinque Terre.

Strände am Golf der Dichter

Die Seite von Lerici hat die bequemen Strände: Sand in San Terenzo, an der Venere Azzurra (flaches Wasser, gut für Kinder) und am Lido di Lerici, klares Wasser an der Baia Blu. Richtung Tellaro werden daraus Kiesbuchten zwischen Felsen, etwa Fiascherino und Eco del Mare, mit Treppen hinunter und wieder hinauf. Alle Details in unserem Ratgeber zu den Stränden von Lerici.

In Portovenere badet man von den Felsen oder am kleinen Kiesstrand Olivo; auf der Palmaria gibt es Terrizzo gegenüber dem Ort und Pozzale Richtung Tino. Im Inneren des Golfs, vor La Spezia, badet man nicht: Alle fahren an die beiden Landspitzen.

Anreise und Fortbewegung

  • Mit der Bahn: Bahnhof ist La Spezia Centrale an der Strecke Genua–Pisa. Aus der Schweiz und Süddeutschland geht es meist über Mailand und Genua oder über Mailand und Parma. Portovenere, Lerici und Tellaro haben keinen Bahnhof.
  • Mit dem Bus: ATC Esercizio, Linie 11/P nach Portovenere (etwa 30 Minuten, Abfahrt im Zentrum, nicht am Bahnhof) und Linien L und S nach Lerici (etwa 30 Minuten); ab Lerici Busse nach Tellaro.
  • Mit dem Schiff: Die Navigazione Golfo dei Poeti verbindet La Spezia, Lerici, Portovenere und die Palmaria, mit Fahrten zu den Cinque Terre und rund um die drei Inseln. Der Dienst ist saisonal, vom Frühjahr bis zum Herbst; Fahrpläne und Preise ändern sich jedes Jahr, prüfen Sie sie auf der Website der Navigazione Golfo dei Poeti.
  • Mit dem Auto: A12 oder A15 (aus Richtung Parma), Ausfahrt La Spezia für Portovenere (dann etwa 12 km Küstenstraße); A12, Ausfahrt Sarzana für Lerici. Parkplätze kostenpflichtig, im Sommer verkehrsbeschränkte Zentren.
  • Mit dem Flugzeug: Nächster Flughafen ist Pisa, je nach Ziel etwa 70–95 km entfernt; danach Genua.

Übernachten am Golf der Dichter

Lerici ist die beste Wahl für einen Badeurlaub: Strände, Hafen und Bus zu Fuß erreichbar. San Terenzo eignet sich gut für Familien, Tellaro und Fiascherino für alle, die Ruhe suchen, allerdings brauchen Sie Auto oder Bus. Portovenere hat wenige Hotels und hohe Sommerpreise: früh buchen. La Spezia bietet mehr Auswahl und niedrigere Preise und ist die praktischste Basis, wenn Sie die Cinque Terre mit dem Zug dazunehmen möchten.

Hafen von Lerici mit Burg und bunten Häusern

Hotel ★★★★

Hotel San Terenzo

Lerici

Fabelhaft

Das Hotel San Terenzo mit Blick auf die Bucht von Lerici und die Stadt San Terenzo mit ihrem Schloss aus dem 15. Jahrhundert liegt 700 m von einem kostenlosen Privatparkplatz…

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Hafen von Lerici mit Burg und bunten Häusern

Hotel ★★★★

Hotel Byron

Lerici

Ausgezeichnet

Das Hotel Byron liegt direkt außerhalb des Zentrums von Lerici an der Hauptpromenade, in der Nähe der öffentlichen und privaten Strände. Das Hotel Byron bietet geräumige Unterkünfte, eine komfortable Einrichtung…

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Hafen von Lerici mit Burg und bunten Häusern

Hotel ★★★

Hotel Florida Lerici

Lerici

Fabelhaft

Das Hotel Florida liegt direkt am Meer, etwa 10 Gehminuten von Lerici und San Terenzo entfernt. Sie finden eine Dachterrasse und kostenloses Wi-Fi. Direkt gegenüber dem Hotel Florida Lerici befinden…

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Hafen von Lerici mit Burg und bunten Häusern

Gästezimmer ▣▣▣

Sea & Culture Lerici

Lerici

Herausragend

Das Meer und die Kultur befinden sich in Lerici. Es umfasst kostenloses WiFi. Das Studio besteht aus einem Schlafbereich, einem Badezimmer und einem Wohnbereich. Das Anwesen ist 35 km von…

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Hafen von Lerici mit Burg und bunten Häusern

B&B ▣▣▣

La Camelia Bianca

Lerici

Ausgezeichnet

Das B&B La Camelia Bianca befindet sich in Lerici und bietet Gartenblick, eine Gemeinschaftslounge, einen Garten und eine Terrasse. Das Bed & Breakfast bietet kostenloses WLAN und Privatparkplätze an.

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Häufig gestellte Fragen

Warum heißt er Golf der Dichter?

Sem Benelli verwendete den Namen 1910 zum ersten Mal, in Erinnerung an die Dichter, die hier gelebt hatten: Percy und Mary Shelley 1822 in San Terenzo, Lord Byron und später D. H. Lawrence in Fiascherino.

Welche Orte liegen am Golf der Dichter?

Portovenere mit den Inseln Palmaria, Tino und Tinetto an der Westspitze, La Spezia am Ende des Golfs und Lerici mit San Terenzo, Fiascherino und Tellaro am Ostufer.

Kommt man ohne Auto zurecht?

Ja. Mit dem Zug nach La Spezia, dann mit ATC-Bussen nach Portovenere und Lerici und in der Saison mit den Schiffen zwischen La Spezia, Lerici, Portovenere und der Palmaria.

Wo gibt es Sandstrände?

Auf der Seite von Lerici: San Terenzo, Venere Azzurra und der Lido di Lerici haben Sand und flaches Wasser. In Portovenere, auf der Palmaria und Richtung Tellaro überwiegen Kies und Felsen.

Kann man die Insel Tino besuchen?

Nur zum Fest des San Venerio um den 13. September, mit Anmeldung und begrenzten Plätzen. Sonst ist sie militärisches Sperrgebiet; die Palmaria ist dagegen das ganze Jahr zugänglich.

Lassen sich Golf der Dichter und Cinque Terre kombinieren?

Problemlos. Ab La Spezia fährt der Zug in etwa zehn Minuten nach Riomaggiore, und in der Saison fahren Schiffe ab Lerici und Portovenere zu den Dörfern der Cinque Terre.

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